Bindschedler, Rudolf
Dr. iur., *1915 bis +1991
Ernst Rudolf Leo Bindschedler wurde als Sohn des Rudolf Gottfried (1883-1947) und der Anna Maria (Mary) geb. Laufer (1886-1977) in Zürich geboren. Rudolf wuchs zusammen mit seiner Schwester Maria auf. 1950 heiratete er Denise Robert; aus der Ehe gingen drei Kinder hervor (Rudolf Pierre (1951), Georges Leo (1953) und Catherine Anne (1957)).
Er besuchte das Gymnasium in Zürich und studierte nach der Matura an den Universitäten Zürich und Paris. Die Promotion (Dr. iur.) erfolgte in Zürich. 1943 trat Rudolf Bindschedler als junger Jurist in das Eidg. Politische Departement (heute EDA) ein, wo er ab 1950 dem Rechtsdienst als Leiter vorstand. Ab 1950 lehrte Rudolf Bindschedler zudem als Privatdozent, von 1956 bis 1985 als ausserordentlicher Professor an der Universität Bern. Von 1961 bis 1980 war er als völkerrechtlicher Rechtsberater des Politischen Departements tätig, wo er als Spezialist (Internationales öffentliches Recht, schweizerische Neutralitäts- und Sicherheitspolitik, Fragen der europäischen Integration, friedliche Regelung internationaler Konflikte, Schutz von Investitionen im Ausland) sein Können unter Beweis stellte. Er wirkte auch als Vertreter der Schweiz bei internationalen Konferenzen, v.a. in den 1970er Jahren an den Treffen der KSZE (heute OSZE). 1963 wurde er in den Internationalen Gerichtshof in Den Haag als Mitglied des ständigen Schiedsgerichtshofs gewählt.
Im Rahmen seiner militärischen Laufbahn, bis zum Range eines Oberst, führte er als Kommandant die Dragoner Schwadron 23 und 29, die Dragoner Abteilung 6 und das Dragoner Regiment 4. Zuletzt war er als Völkerrechtsoffizier im Armeestab eingeteilt.
Quellen:
- Historisch Lexikon der Schweiz (www.hls-dhs-dss.ch)
Dokumente:
» Zum Rücktritt von Professor Rudolf L. Bindschedler – NZZ, 29.9.1980
» Nachruf: Zum Gedenken an Professor Rudolf Bindschedler von Raymond Probst, NZZ, 28. März 1991
» Hommage - Décès de l'ambassadeur Rudolf Bindschedler, Gazette de Lausanne, 27.3.1991




