Bindschedler, Maria Beatrice

Dr. phil., *1920 bis +2006

Geboren in *Zürich, ZH, 23. Oktober 1920

Verstorben in +Bern, BE, 17. August 2006

Maria Beatrice Bindschedler wurde als Tochter des Rudolf Gottfried (1883-1947) und der Anna Mariy (Mary) geb. Laufer (1886-1977) in Zürich geboren. Maria wuchs zusammen mit ihrem Bruder Ernst Rudolf Leo auf.

Sie besuchte in Zürich das Gymnasium und studierte nach der Matura an den Universitäten Zürich und Basel Germanistik. 1945 erfolgte ihre Promotion zum Dr. phil., und schon ein Jahr später trat sie das Lektorat in Besançon an. 1952 reichte Maria ihre Habilitation ein, wurde darauf Privatdozentin und arbeitete ab 1957 als ausserordentliche Professorin an der Universität Basel. Ein Jahr später wurde sie bereits im Alter von 38 Jahren ordentliche Professorin an der Universität in Genf und wirkte zudem als Gastprofessorin in Berkeley/USA. Von 1965 bis 1976 forschte und lehrte sie an der Universität Bern als Professorin für germanistische Philologie. 1967 bis 1968 war sie – als erste Frau – Dekanin der philosophisch-historischen Fakultät.

Maria Bindschedler hatte drei grosse Forschungsschwerpunkte: Der höfische Roman (v.a. «Tristan» des Gottfried von Strassburg), die Mystik mit Meister Eckhart und Heinrich Seuse und Friedrich Nietzsche mit einem Teil seiner Schriften. Ihr Spektrum war sehr breit; sie befasste sich beispielsweise mit sprachphilosophischen, rechtsgeschichtlichen und volkskundlichen Ansätzen. Zusammen mit Paul Zinsli und Werner Kohlschmidt bildete sie ein über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Germanisten-Trio.

Hier finden Sie die Bibliographie von Maria Bindschedler. Sie wurde aus dem Nachlass zusammengestellt und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Im Berner Mittelalter Zentrum (BMZ) finden seit 2008 die Maria Bindschedler Gastvorlesungen statt. Im Gedenken an Maria Bindschedler (1920-2006) und auf der Basis einer von ihr eingerichteten Stiftung sollen jeweils Grundfragen der Mediävistik behandelt werden, die im engeren oder weiteren Zusammenhang mit dem wissenschaftlichen Œuvre der Forscherin stehen.

Quellen

- Historisch-biografisches Lexikon (www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D47128.php)
- Lebenslauf verfasst für ihr Begräbnis im August 2006

Dokumente

» Der Bildungsgedanke im Mittelalter - Basler Nachrichten, 2.7.1954
» Von mittellateinischer Epik - Neue Zürcher Zeitung, 29. November 1957
» Tierdarstellungen in der deutschen Dichtung des Mittelalters - Der Bund, 14. Dezember 1966
» Maria Bindschedler – Erstmals eine Frau Dekan an der Universität Bern, Appenzeller Zeitung Herisau, Mittwoch, 10. Mai 1967
» Maria Bindschedler - Être là où l’on est utile! - Feuilles d’avis de Lausanne, 20 - 21 mai 1967
» Das Tier als Abbild des Menschen - Der Bund, 17. Juli 1977
» Interview mit Maria Bindschedler vom 31. August 1995 am Kistlerweg 5 in Bern von Franziska Rogger Kappeler
» Kleine Festgabe für Maria Bindschedler zum 80. Geburtstag
» Zum 90. Geburtstag von Maria Bindschedler - Der Bund, 23.10.2010

» Ihre Minne gehörte der Mystik. Journalistisch aufbereitete Biographie von Esther Scheidegger Zbinden, Zürich, Oktober 2014

» Maria Bindschedler. Selbstbildnis von Franziska Rogger in «Kinder, Krieg und Karriere. Selbstbildnisse aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.» Seiten 68-74

» Unter dem Pseudonym Béatrice May veröffentlichte Gedichte - Schweizer Monatshefte, 1944/1945 und 1947/1958
» Reflexion über die «Gefahr des Dichtens» - Manuskript aus dem Familienarchiv, Jahr unbekannt

Maria Bindschedler ca. 1923
Maria als junge Frau
Maria als junge Frau
Maria Bindschedler