Bindschedler, Robert

Dr. phil. h.c.,  *1844 bis +1901

Geboren in *Winterthur, 30. Juli 1844

Verstorben am +20. August 1901

Johann Robert Bindschedler wurde als Sohn des Johannes (1834-1895), Gastwirt, und der Susanna, geb. Hausammann (1837-1916) in Winterthur geboren. Er wuchs mit seinen fünf Geschwistern auf.

1870 heiratete er Désirée Alexandrine Fèvre, 1882 Maria Magdalena Kerbler. Beide Ehen blieben kinderlos. 1891 heiratete er Jeanne Sydonie Elise Tapissier. Aus der Ehe gingen die Kinder René Robert (1892), Elisabeth Jeanne (1894) und Jean Rodolphe (1896) hervor.

Robert Bindschedler besuchte das Gymnasium in Winterthur und studierte später Chemie am Polytechnikum in Zürich. Ab 1865 war er als Chemiker tätig, u.a. in der Firma Geigy, Basel. 1871 trat er in die Anilinfarbenfabrik Clavel in Basel ein, die er 1873 zusammen mit dem Kaufmann Albert Busch erwarb. Die Bindschedler & Busch wurde 1884 in die Ciba umgewandelt, der er bis 1889 als Direktor vorstand.

1893 gründete Robert Bindschedler eine eigene Fabrik, die er als Basler Chemische Fabrik Bindschedler, später als Basler Chemische Fabrik A.G., in Kleinhüningen aufbaute. Das Unternehmen produzierte Farbstoffe und pharmazeutische Spezialpräparate. 1904 kaufte er eine zusätzliche Produktionsstätte in Monthey im Wallis. 1908 fusionierte die Firma wieder mit der Gesellschaft für chemische Industrie (CIBA)[1].

Robert Bindschedler entwickelte den Indaminfarbstoff «Bindschedlers Grün», welcher bis heute seinen Namen trägt. Es ist ein grüner Farbstoff, der zur Gruppe der Indamine gehört. Er wird durch eine oxidative Kupplung von N, N-Dimethylanilin mit 4-Nitroso-N, N-dimethylanilin in Gegenwart von Natriumdichromat als Oxidationsmittel hergestellt. «Bindschedlers Grün» kann zur quantitativen Bestimmung von Schwefelwasserstoff verwendet werden, da es mit diesem vollständig zu Methylenblau reagiert.

Robert Bindschedler wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die chemische Industrie Basels der Titel Dr. phil. h.c. der Universität Zürich verliehen.

1900 wurde er nach Verstössen gegen einen mit der deutschen Firma Hoechst geschlossenen Vertrag über den Verkauf von Antipyrin wegen Betrugs verurteilt.

Von 1881 bis 1899 war Robert Bindschedler im Basler Grossen Rat.

Quellen:
Historisch Lexikon der Schweiz (www.hls-dhs-dss.ch)
www.tu-darmstadt.de/fb/ch/cfs/Material_Freitag/Synthetische_Farbstoffe.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Bindschedlers_Gr%C3%BCn

Bulletin ETH Zürich Nr. 282, September 2001, Seite 11:
http://e-collection.library.ethz.ch/eserv/eth:22352-03.pdf

[1] Zeller, Christian: Globalisierungsstrategien. Der Weg von Novartis. Springer Verlag, Berlin, 2001. S. 111